Hallo, Ihr lieben Menschen!

Dienstag, 30.07.2013

So lange dauert es gar nicht mehr bis ich auch wieder  in Deutschland bin, am 25. August hebt mein Flieger hier ab und ich werde mich dem Frankfurter Flughafen nähern.

Solange ich aber noch hier bin möchte ich doch noch etwas von hier erzählen.

Austausch zwischen Tanzgruppen

In der letzten Zeit haben  mehrere kleinere Ereignisse stattgefunden. Wir hatten einen Austausch mit einer Tanzgruppe aus Kpalimé: wir haben die Tanzgruppe „Nutsifafa“ nach Atakpamé eingeladen. Hier wurden sie untergebracht und mit, von uns selbst gekochtem, leckerem Essen versorgt. Das Geld hierfür hatten wir vorher in der Stadt gesammelt, alle, die gerne einen Auftritt von uns und einer Tanzgruppe aus Kpalimé sehen wollten, haben uns unterstützt. Als die Tanzgruppe ankam war es schon spät, aber am nächsten Tag zogen wir tanzend, trommelnd und singend durch die Stadt, einige von den Jungs unserer Tanzgruppe auf 3 Meter hohen Stelzen. Abends gab es einen Auftritt in der gemieteten Bar, bei dem beide Gruppen getanzt haben. Die Tanzgruppe aus Kpalimé hat ihren „Schlangenmenschen“ mitgebracht, der die unmenschlichsten Verrenkungen machen konnte und im strömenden Regen einiges zum Besten gegeben hat. Das Wochenende hat allen sehr Spaß gemacht und fröhlich ist dann der Bus mit der Tanzgruppe wieder Richtung Kpalimé abgefahren.

Bei unserer Karawane

 Einen Monat später hat uns die Gruppe aus Kpalimé dann auch eingeladen und wir verbrachten ein echt lustiges, aber auch sehr anstrengendes Wochenende in Kpalimé. Auch hier haben wir eine Karawane durch die Stadt gemacht, der Auftritt der beiden Gruppen fand in einer Reaggy Bar statt und verlief auch sehr gut. Wir wurden ebenso gut aufgenommen wie wir sie aufgenommen hatten. Am Sonntag bevor wir wieder zurückgefahren sind veranstalteten wir noch ein Fußballspiel, Tanzgruppe gegen Tanzgruppe was auch sehr Spaß gemacht hat, wobei wir Mädels zugeschaut und angefeuert haben und unsere Tanzgruppe verloren hat. Nach diesem Wochenende fand erst mal eine Woche lang kein Training statt, weil alle sich ausgeruht haben.

Arbeit fürs Waisenhaus

Die Zeit wurde auch sehr geprägt von der Arbeit für die Waisenkinder, also den ganzen Arbeiten für unser Projekt. Da ist ein Partnerschaftsvertrag zu schreiben um unsere Organisation „Lebensfreunde Togo“ und den Partnerverein „AJPDEC“ zu einer guten Zusammenarbeit zu bringen, da muss man sich Gedanken über ein Logo machen, da sind Recherchen anzustellen, wie viel Essen im Monat benötigt wird, wie viel die Miete fürs Waisenhaus beträgt, wie viel Wasser verbraucht wird  und und und

Vor ein paar Tagen haben wir ein Atelier mit den Kindern gemacht. Im Vorfeld haben wir Dankenswerter Weise Spenden aus Deutschland bekommen um Material einzukaufen. Mit den Kindern zusammen wurde dann 3 Tage lang fleißig gebastelt und genäht. Es wurden Täschchen aus afrikanischem Stoff genäht, Holzschalen bemalt, Postkarten gezeichnet und Muschelarmbänder hergestellt. Netter Weise haben mir und Felice dabei noch 2 Togolesische Freunde geholfen, denn ohne sie wären wir mit so vielen Kindern, die alle noch nicht wissen wie was geht, nicht fertig geworden. Den Kindern und uns haben die drei Tage sehr Spaß gemacht und mit viel Freude haben wir einiges hergestellt was in Deutschland, gegen eine Spende an das Waisenhaus, weitergegeben werden soll. Da es wieder Knapp mit der Nahrung im Waisenhaus war, haben wir am letzten Tag Essen gekauft und mit den Kindern Reis mit Bohnen und Piment gegessen. So hatten wir einen schönen Abschluss.

Kinder beim Täschchen nähen

Kinder beim Calebassen bemahlen mit Atsou

Aktuelles

Mit der Tanzgruppe sind wir zurzeit dabei ein neues Kostüm herzustellen was wir bei unserem nächsten Auftritt vorzeigen wollen. Tagelang haben wir Jutesäcke auseinandergenommen und die einzelnen Fäden aufgereiht und an das Kostüm genäht. Jetzt ist es fast fertig und wenn jemand es anzieht und sich gespensterhaft damit bewegt, kann es ganz schön angst machen.

Fürs Projekt ist immer noch die Partnerschaftsvereinbarung in Arbeit und bevor Felice das Land verlässt, wollen wir noch einmal das AJPDEC Geld überwiesen bekommt, es abholt und einen Vorrat an Essen fürs Waisenhaus einkauft und alle Belege und Berichte macht. So sind wir zumindest bei der ersten offiziellen Aktion dabei und können uns gegenseitig Ratschläge geben, was besser sein könnte und was schon gut läuft.

Und das Wetter: Da die Regenzeit in vollstem Gange ist, ist alles wieder wunderschön grün und nicht nur das, es gibt auch viel Wasser in allen möglich Löchern und Mulden und das lieben die Moskitos. Hier tummeln sie sich und, wenn sie sich bei einem Menschen die Malaria eingefangen haben zögern sie nicht lange diese an andere Menschen weiterzugeben. Was ich damit sagen will, Regenzeit ist wunderschön aber es gibt sehr viele Menschen die zurzeit Malaria haben, ich ausgenommen. Ich bin noch 4 Wochen hier und in der Zeit verbitte ich mir nochmal krank zu werden! Die schöne wuchernde Natur bewunder ich aber gern in der Zeit noch, heute waren wir ein bisschen auf den sieben Hügeln Atakpamés unterwegs und es war einfach wunderschön die dschungelartige Natur um uns zu haben, am Bach zu sitzen, die Füße ins kalte Wasser baumeln zu lassen und dabei den Vögeln zuzuhören.

Ruhepause am klaren Bach

So nun wünsche ich Euch noch ein paar schöne Wochen bevor ich zurückkomme und Euch weiter erzähle und mehr Fotos zeige!

Ich freu mich auf Euch!

Ganz liebe Grüße aus Togo!

Eure Lioba

Ein Tag in Togo

Freitag, 07.06.2013

Hallöchen ihr Alle,

Felice hat einen sehr langen und sehr schönen Bericht geschrieben für unsere Organisation.Ich habe mich entschieden ihn hier auf meine Blog zu stellen, weil sie mir aus der Seele spricht :) und sie ist damit einverstanden.

Viel Spaß beim lesen!

In Togo wird morgens nicht ausgeschlafen. Spätestens um sechs klingelt der Wecker und selbst wenn er das nicht tut, so wird man doch von den Hühnern im Hof oder der allgemeinen Geschäftigkeit geweckt.

Ordnung wird bei vielen Togolesen großgeschrieben und so beginnt der Tag damit, dass erst einmal der ganze Hof gefegt wird. Meist wird diese Aufgabe von den älteren Kindern übernommen. In vielen Haushalten leben aber auch Kinder, die nicht die leiblichen Kinder der Familie sind. In diesem Fall müssen diese die meisten häuslichen Aufgaben übernehmen. In meiner Gastfamilie steht meine Gastschwester Dope, die auch keine leibliche Tochter der Familie ist, z.B um fünf Uhr auf um den Hof zu fegen, Teller abzuwaschen, die Hühner zu füttern und Wasser heiß zu machen.

Die wohlverdiente Dusche danach beginnt jedoch nicht damit einfach ins Badezimmer zu gehen und den Duschhahn aufzudrehen, denn in den meisten Haushalten und so auch in Lios und meiner Gastfamilie, gibt es kein fließendes Wasser. Dieses muss erst mit dem Eimer aus dem Brunnen gezogen werden und in so mancher Nacht überlegt man es sich dann auch zweimal, ob man jetzt wirklich so nötig auf Toilette muss, dass es sich lohnt über den dunklen Hof zu laufen und Wasser aus dem Brunnen zu ziehen. Ist die Familie nämlich etwas wohlhabender, so gibt es anstatt eines Plumsklos bzw. eines Lochs im Boden, nämlich zumindest eine richtige Toilette, in die man anschließend Wasser schütten muss.

Eine fehlende Wasserleitung bedeutet aber nicht fehlende Hygiene. Meiner Meinung nach könnten sich einige Deutsche eher noch ein Scheibe von der togolesischen Sauberkeit abschneiden. Viele Togolesen duschen aufgrund der Hitze nämlich gerne dreimal am Tag und das mit einem Lappen der alles ordentlich sauber scheuert.

Gegessen wird morgens meist nichts, oder wenn schon, dann auch gleich Pâte. Das ist ein fester Brei aus Maismehl und Wasser, der mit verschiedenen scharfen Soßen gegessen wird. Für uns gibt es aber zum Glück Tee und Brot mit Majonäse. Ich habe am Anfang das gleiche, was ihr jetzt vermutlich auch denkt, gedacht: "Majo kann man doch nicht aufs Brot essen, wie soll das denn schmecken?" Aber ich muss sagen, man gewöhnt sich an alles und lernt es nach einiger Zeit lieben. Außerdem kann man Majo, allen Bedenken zum trotz, auch ohne Kühlschrank aufbewahren, denn den haben die meisten Togolesen nicht.

Ob nun mit vollem oder leerem Magen geht es am Sonntag obligatorisch in die Kirche. Die Messe dauert dann so etwa drei Stunden und kann ganz schön lang werden wenn sie nur auf der einheimischen Sprache gehalten wird. Viele Togolesen besuchen die christliche Kirche, ob nun evangelisch oder katholisch. Natürlich gibt es auch einige Moscheen, die einen um vier Uhr nachts auch gerne mal wecken mit ihren Lobgesängen, aber generell ist der Islam eher im Norden des Landes vertreten. Trotzdem ist der Großteil der Bevölkerung bei seinem ursprünglichen Glauben geblieben. Viele christliche Togolesen wollen jedoch mit dem Glauben an Voodoo, oder den Leuten, welche diesen praktizieren, nichts zu tun haben.

Auch in Atakpamé gibt es einige Fetischeure, die traditionelle Zeremonien durchführen . Neulich haben auch wir einer Voodoo - Zeremonie beigewohnt. Neben viel Tanz, Gesang und Trommeln, sind wir in der Nacht zu einem Fluss gegangen und es wurde eine traditionelle Waschungs - Zeremonie gefeiert. Eine Frau wollte auch Fetischeuse werde und dieses Ritual erlaubt ihr den Einstieg ins Berufsleben. Am Fluss wurden dann Räucherstäbchen und Zigaretten, zum Schutz gegen böse Geister abgebrannt. Der Frau wurden die Haare abrasiert und anschließend wurde sie mit süßen Getränken überschüttet und dann im Fluss gewaschen. Abschließend wurde eine Ente getötet und in den Fluss geworfen um sie dem Wassergeist zu opfern. Auf dem nach Hause Weg nach der Zeremonie durfte sich niemand mehr umschauen, weil man sonst verrückt werden könne. Es wurde noch bis zum Morgengrauen gesungen und getanzt, aber wir sind vorher schon irgendwann nach Hause gegangen.

An jedem normalen Wochentag jedoch geht es um sieben oder halb acht zur Arbeit.

Wie ihr ja wisst arbeiten Lio und ich in der Schule und geben dort Deutschunterricht. An einem normalen Schultag machen wir mit den Kindern Aufgaben, lassen sie Texte vorlesen oder in Gruppen kleine Dialoge sprechen. Zuletzt haben wir mit ihnen deutsche Märchen und Geschichten gemacht. Jetzt stehen jedoch wieder Klassenarbeiten an und so müssen wir sie ein bisschen darauf vorbereiten, denn von selbst lernen sie leider ziemlich wenig und die letzten Deutschklausuren sind eher nicht so toll ausgefallen.

Allgemein klappt es meist besser ihnen Aufgaben zu stellen, die sie z.B. auf die Klausur vorbereiten, als freie Übungen zu machen. Dabei würde man bei Kindern ja eher das Gegenteil erwarten. Das Schulsystem, welches sich an dem französischen orientiert, bereitet die Kinder jedoch auch kaum auf freie und kreative Übungen vor und auch in den meisten Familien wird nicht viel Wert darauf gelegt, dass Kinder viel spielen und sich kreativ entfalten. Es gibt kaum Spielzeug und mit drei oder vier gehen die Kinder dann auch in einen Kindergarten, der eher an eine Vorschule erinnert. Eine andere Freiwillige arbeitet dort und so hatte ich auch die Gelegenheit mir diesen mal anzusehen. Frei spielen tun die Kinder kaum, sondern sie sitzen die meiste Zeit an ihren kleinen Tischen und müssen As schreiben oder Figuren ordentlich ausmalen. In der Schule gibt es dann auch nur vorgegebene Aufgaben, welche nicht sehr stark zum selbstständigen Denken anregen und so ist es kein Wunder, dass unser Unterricht zunächst ziemlich ungewohnt für sie war.

Momentan ist die Situation in der Schule jedoch ziemlich schwierig, da die Lehrer nicht bezahlt werden und so ist oft gar kein Unterricht. Auch die Klausuren müssen irgendwie bei der Stadt bezahlt werden und die Kinder brauchen eine Art Ausweis um überhaupt an solchen teilnehmen zu dürfen. Dafür reicht das Geld der Schule momentan jedoch vorne und hinten nicht, da die meisten Schüler auch ihr Schulgeld nicht bezahlt haben. Wir hoffen nur, dass die Drittklässler (vergleichbar mit der zehnten Klasse in Deutschland) wenigstens ihr BEPC (eine Art Realschulabschluss) machen können.

Neben der Schule arbeite ich ja noch im Krankenhaus. Jedoch auch nur Vormittags in den freien Stunden. Das Krankenhaus in Hiheatro hat eine Station für Frauen und Kinder und an allen Vormittagen außer Freitags kommen die Schwangeren Frauen dort hin zu einer Routineuntersuchung. Ich messe bei ihnen dann den Blutdruck und wiege sie. Anschließend trage ich alles in eine Art Krankenakte ein. Wenn eine neue Patientin zu uns kommt, fülle ich auch eine neue Akte für sie aus. Darin wird alles notiert, von ihrem Namen und Beruf über Krankheiten und ihre letzte Regelblutung bis hin zu Impfungen und Analyseergebnissen. Meist ist das eine ziemlich einfache Aufgabe, aber nicht immer können die Frauen, die zu uns kommen, französisch sprechen und dann muss erst eine andere gesucht werde, die Übersetzerin spielt. In der Regel sind die Patientinnen alle sehr jung. Die meisten bekommen ihr erstes Kind mit 18 bis 20, einige aber auch schon mit 16 oder 17. Die älteren Patientinnen haben dann mit 30 oft schon drei bis vier Kinder.

 Freitags machen wir keine Routineuntersuchungen, sondern die Mütter kommen mit ihren Babys, um diese wiegen und impfen zu lassen. Bei den Kleinkindern sieht man oft, dass sie drei kleine schwarze Striche neben den Augen haben. Das sind Narben, die viele Togolesen sich zum Schutz vor Krankheiten machen lassen, doch nicht alle haben diese im Gesicht. Dazu nimmt man eine kleine Rasierklinge und schneidet feine Striche in die Haut, in die anschließend ein schwarzes Pulver aus Kohle und Kräutern gerieben wird.

Beim wiegen gucken wir dann auch, ob die Kinder eventuell unterernährt sind. Ist das der Fall werden sie in ein Register eingetragen und die Mütter müssen regelmäßig ins Krankenhaus kommen, damit die Kinder eine Art Pâte in Tütchen bekommen.

Der Freitag ist immer ein etwas stressiger Arbeitstag, denn es kommen meist sehr viele Mütter mit ihren Kindern.Da wir eine Hängewaage haben, muss den Babys vorher eine kleine Tragetasche mit Löchern für die Beine angezogen werden. Um das Gewicht nicht zu sehr zu verfälschen wird ihnen vorher die Windel, oder das Stofftuch, welches als Windel dient, ausgezogen. Nicht selten kommt es da vor, dass die Tragetasche als Ersatzwindel benutzt wird und der Untersuchungsraum anschließend gewischt werden muss. Außerdem finden Babys es anscheinend nicht so lustig gewogen zu werden, genauso wenig wie Spritzen zu bekommen und so ist das Geschrei immer groß. Die Impfungen, gegen Polio, Gelbfieber, Typhus etc., gebe ich natürlich nicht, sondern schaue nur dabei zu. Ich war ein bisschen erstaunt wie hier geimpft wird, denn ich dachte irgendwie dass man einfach in den Popo oder den Oberarm spritzt, ( ist das nicht in Deutschland auch so?) hier wird jedoch eine kleine Blase direkt unter die Haut gespritzt, sodass nach der Impfung ein kleiner Hügel auf der Haut entsteht.

Am Freitag werden auch die Geburtsurkunden ausgestellt, was in Togo immer ein etwas heikles Thema ist. Zunächst ist es immer noch ein Problem, dass viele einfach keine Urkunde ausstellen lassen und die Kinder anschließend große Probleme mit ihren Papieren bekommen. Dann tun sich viele Togolesen mit Namen irgendwie schwer. Es kommt nicht selten vor, dass irgendwie nicht der richtige Name des Vater angegeben wird oder die Mutter auch den Nachnamen vom Vater angibt, obwohl sie eigentlich einen anderen Nachnamen hat, oder der Vater in der Geburtsurkunde einen andern Namen für das Kind angegeben hat und die Mutter die Urkunde dann erst nicht wiederfindet. Wirklich verdenken kann man das den Leuten jedoch nicht, denn neben dem Namen der später auf der Urkunde steht, hat jeder Togolese und jede Togolesin meist noch ein paar andere Namen. So gibt es z.B spezielle Namen für den Wochentag, an dem man geboren wurde. In meinem Fall ist das z.B ein Freitag und so heiße ich Afi. Gibt es in der Familie zwei Mädchen mit dem Namen Afi, heißt die ältere Afigant und die jüngere Afivi. Auch für Zwillinge gibt es spezielle Namen, die dann nochmal von Ethnie zu Ethnie variieren. Sind die Zwillinge z.B Mädchen so wird der Erstgeborenen der Name Atchoupi und der Zweitgeborenen der Name Atchoupe gegeben. Bizarrerweise steht Atchoupi dabei für die Jüngere und Atchoupe für die Ältere, denn hier ist man der Ansicht, dass derjenige Zwilling, der als erstes auf die Welt kommt, erst für seinen großen Bruder/ seine große Schwester schauen muss ob die Welt auch gut ist, ist sie das nicht stirbt der/ die Ältere. Nach einer andere Tradition werden, wenn drei Mädchen hintereinander auf die Welt kommen, jedem Mädchen alle drei Namen auf den Unterarm tätowiert und auch hierbei gibt es wieder spezielle Namen in jeder Ethnie.

Doch nicht nur bei der Namensgebung, sondern auch sonst habe ich im Krankenhaus schon einiges gesehen, was mich etwas stutzig gemacht hat. Eine Frau hatte z.B eine Bauchkette um, die ihre Schwangerschaft schützen sollte. Leider ist das Baby jedoch vor der Geburt im Mutterleib gestorben. Die Frau ist nun ins Krankenhaus gekommen, damit das tote Kind herausgeholt werden konnte. Zunächst hat sie jedoch darauf bestanden, dass die Krankenschwester ihr die Bauchkette abschneidet, da es sonst nicht gelingen könnte.

Leider gibt es in einem Krankenhaus also nicht nur schöne Moment, wie bei einer Geburt dabei sein zu dürfen, oder den Müttern ihre neugeborenen Babys bringen zu können. Da Hiheatro jedoch ein sehr kleines Gesundheitszentrum ist und dementsprechend auch nicht so gut ausgerüstet, kommen die wirklich schweren Fälle nach Atakpamé ins große Krankenhaus und so bekomme ich von solchen traurigen Vorfällen nicht oft etwas mit.

Gerade in Bezug auf Medizin und Sexualität haben manche Togolesen leider immer noch einige sehr festgefahrene Ansichten. So nehmen viele z.B. immer noch an dass man von Selbstbefriedigung ernsthaft krank werden kann und jemand sagte mir sogar, dass Aids von den Weißen erfunden wurde, um die afrikanische Bevölkerung einzudämmen. In Bezug auf Medikamente sind sie hingegen nicht besonders skeptisch und nehmen gerne alles mögliche, einfach weil sie z.B. ein bisschen Kopfweh haben.

Neben den schwangeren Frauen und solchen die ihre Babys zur Untersuchung ins Krankenhaus bringen, kommen aber auch teilweise Patientinnen zu uns, die einfach krank sind. In Hiheatro gilt jedoch leider, wie in jedem anderen Krankenhaus in Togo auch, die Devise: "Wer nicht zahlt, wird nicht behandelt." Es gibt zwar auch hier Krankenversicherungen, aber da Togo kein Sozialstaat ist, sind diese nicht gesetzlich und wer sich keine leisten kann, hat eben auch keine. Außerdem funktionieren die Versicherungen hier nach einem ähnlichen Prinzip wie private Versicherungen bei uns, die Patienten müssen das Geld erst vorstrecken und die Krankenversicherung erstattet es dann nachher zurück, allerdings nur zu einem bestimmten Prozentsatz, der davon abhängt, wie viel der Patient in die Krankenversicherung einzahlt.

Im Krankenhaus ist allgemein eine sehr lockere Atmosphäre wie man es in Deutschland nie sehen würde. Auf dem Platz vor unserem Gebäude verkauft eine Frau morgens "Agban", das ist so etwas Ähnliches wie "Pâte", nur dass es etwas säuerlich schmeckt. Die Krankenschwestern kaufen sich dort dann morgens oft etwas und essen das dann auch ohne Bedenken vor ihren Patientinnen.

Außerdem gibt es keine festen Termine, wie man es aus Deutschland gewöhnt ist, sondern den Frauen wird einfach ein Tag gegeben. Um welche Uhrzeit sie dann kommen, ist ihnen freigestellt und viele kommen auch einfach gar nicht oder ohne vorher Bescheid zu sagen an einem anderen Tag, was jedoch nicht heißt, dass sie dann nicht behandelt werden.

Viele Togolesen und Togolesinnen arbeiten, jedoch nicht wie Lio und ich in Institutionen, welche sie regelmäßig bezahlen würden, sondern verkaufen Gemüse, Kleidung und Essen auf dem Markt oder fahren Moto-Taxi. Einige haben auch kleine Geschäfte oder Bars, doch generell ist die Situation in Togo sehr schwierig und die Arbeitslosigkeit hoch. In vielen Berufen, ist es nicht leicht genug zu verdienen um davon gut leben zu können und mit einer Familie ist es noch schwieriger. Wer hingegen Glück und einen Ministerposten erwischt hat, könnte nicht nur eine, sondern gleich mehrere Familien versorgen.

Besonders in sozialen Einrichtungen wie Waisenhäusern ist die Situation angespannt, denn vom Staat sind kaum Hilfen zu erwarten.

Am Mittag kommen dann alle von der Arbeit nach Hause zum Essen. Gekocht wird entweder von der Mutter, oder den älteren Mädchen, jedoch in der Regel nicht vom Vater. Auch gegessen wird eigentlich nicht zusammen. Der Vater sitzt mit seinen Söhnen am Tisch und alle anderen Essen in der Küche oder verteilt im Salon. Da uns als Freiwilligen aber irgendwie eine Sonderstellung zukommt, essen wir meist auch mit am Tisch, obwohl wir Frauen sind. Mittags, wie abends wird in Togo warm gegessen. Es gibt dann Bohnen mit Öl und Manjokmehl, Kochbananen und Yamspommes, Reis mit oder ohne Bohnen, Couscous, Nudeln, Pâte, oder Fufu ( ein fester Brei, der aus Yams und Manjok gestampft wird). Die Soßen werden meist mit Tomaten, Gemüse und Fisch oder Fleisch zubereitet. Es wird allerdings auch teilweise aus bestimmten Blättern und Palmöl eine Soße gekocht oder eine Soße aus Erdnussmus.

Nach dem Essen wird dann ein Mittagsschlaf gehalten, bevor es wieder zur Arbeit oder Schule geht, denn gerade in der Mittagszeit ist es so heiß, dass es Mord wäre zu arbeiten.

Da Lio und ich nachmittags frei haben, fahren wir oft in die Stadt, auf den Markt. In Togo gibt es keine richtigen öffentlichen Verkehrsmitteln, bis auf einen Postbus, der vom Süden bis in den Norden des Landes fährt, jedoch werden auch für diese Strecke oft private Taxis genommen. Diese werden dann bis oben hin voll beladen, sodass hinten mindestens vier und vorne drei Leute sitzen. Je nach Größe des Fahrzeuges kann dann auch noch das Dach beladen werden, mit Körben, Ziegen und allem was sonst noch so mit muss. Auf kleineren Strecken nimmt man jedoch ein Moto-Taxi. So nennt man die Motorräder, die einen gegen eine geringe Bezahlung von A nach B bringen. Wenn man Glück hat erwischt man dabei einen guten Fahrer. Das ist jedoch nicht immer der Fall und so muss man manchmal erst eine Achterbahnfahrt, um die Schlaglöcher herum, in Kauf nehmen um in die Stadt zu kommen.

Auf dem Markt gibt es fast alles was das Herz begehrt und vor allem sehr leckeres und günstiges Essen. Für eine große Portion Salat zahlt man z.B. weniger als einen Euro. An den leckeren kleinen Teigbällchen, frittiertem Soja, gekochten oder gegrillten Maiskolben usw. kommt man da auch einfach nicht vorbei. Aber auch wenn man gerade keinen Hunger hat, ist der Markt mit seinem bunten Treiben schon interessant. Die Frauen tragen alle möglichen Dinge auf dem Kopf, von Lebensmitteln über Schüsseln bis hin zu Kohle und viele sind dabei in den wunderschönen traditionellen Stoffen gekleidet. Auch die verschiedenen Frisuren sind wirklich interessant anzuschauen. Viele Frauen lassen sich Kunsthaar zu langen Zöpfen in ihre Haare flechten und teilweise sieht man auch, dass sie Zöpfe aus Draht haben. Kleine Mädchen tragen oft Zöpfe aus Wolle mit kleinen Perlen an den Enden.

Leider gibt es mittlerweile jedoch ziemlich viel europäischen Einfluss auf den Märkten. In den Läden werden z.B. viele importierte Produkte in Dosen verkauft. Ein ziemlich erschreckendes Beispiel ist meiner Meinung nach der Verkauf von Kaffee. Auch wenn in Togo Kaffee angebaut wird, ist dieser in den Läden hier so teuer, dass sich die Einheimischen nur importieren Instantkaffee von Nestlé o.a. leisten können. Außerdem ist es viel günstiger die aus Europa eingeschifften Altkleider zu kaufen, anstatt sich etwas aus Stoffen nähen zu lassen. Eine eigene Textilproduktion gibt es in Togo seit Jahren nicht mehr.

Am Abend gehen Lio und ich dann in einer togolesischen Tanzgruppe tanzen, was uns einen schönen Eindruck in die Kultur ermöglicht hat.

Neben traditionellen Tänzen und Liedern haben wir auch gesehen wie Trommeln gebaut und Kostüme gemacht werden. Die Gruppe kauft für ihre Trommeln nur den fertigen Holzkörper, bespannen tun die Leute sie dann nachher selbst mit Tierhäuten. Diese werden dazu vorher getrocknet, was echt nicht so toll riecht, anschließend zieht man sie mit einer bestimmten Technik auf die Trommeln und entfernt letztendlich das Fell mit einer Rasierklinge.

Als professionelle Tanzgruppe haben wir auch Auftritte in- und außerhalb von Atakpamé, z.B. bei Beerdigungen. Wenn jemand gestorben ist wird hier nämlich nicht wie bei uns getrauert, sondern ein Fest gefeiert. In der Nacht vor der Beerdigung kommen viele Leute zusammen, es wird getanzt, gesungen, gegessen und manchmal werden eben auch Tanzgruppen eingeladen (je nachdem wie groß die Beerdigung ist). Getrauert wird dann eher im Stillen als in der Öffentlichkeit, denn in Togo bringt es Unglück um einen Gestorbenen zu weinen. Angeblich erfreue sich der Tod dann an den Tränen und würde noch mehr Opfer fordern.

Am Wochenende geht man dann auch in Togo abends aus. Meist in Bars, wo man ein bisschen trinkt und auch tanzen kann. Im Moment ist die sogenannte "Azonto" Musik, die ihren Ursprung in Ghana hat, hier ziemlich im Trend. Es gibt dazu einen bestimmten Tanz den so ungefähr jeder Togolese tanzen kann. Die Preise hier in den Bars und Restaurants sind in keiner Weise mit denen in Deutschland vergleichbar. Eine 0,6l Cola  kostet z.B. nur etwas mehr als 50cent. In die Bars gehen sowohl Frauen als auch Männer und Alkohol trinken ist für Frauen auch kein Tabu, Zigaretten hingegen sind generell verpönt und bei Frauen besonders.

Da man um nach Hause zu kommen wieder ein Moto-Taxi nehmen muss, sollte man das nicht zu spät tun. Zumindest nicht um nach Hiheatro zu kommen, denn die Straße dort ist nicht unbedingt die Sicherste. Es gibt fast kein Licht und man fährt ein Stück bevor man in eine Ortschaft kommt. Diebe o.ä. haben so ein leichtes Spiel. Gerade jetzt in der Regenzeit kommt es jedoch nicht selten vor, dass man abends von einem heftigen Schauer überrascht wird und wenn dann auch noch der Strom ausfällt, was eigentlich immer die logische Konsequenz ist, ist es fast unmöglich noch einen Taximann zu finden.

Meist schafft man es dann aber doch irgendwie noch Heim zu kommen. Am Wochenende wird bei meiner Gastfamilie dann nach dem Abendessen immer eine bestimmte Soap im Fernsehen geschaut. Davon sind irgendwie ziemlich viele Togolesen Fans. Die Waisenkinder setzen sich z.B. auch am Wochenende alle zusammen ins Haus und schauen das gemeinsam an und auch ich kann mich nicht davon frei sprechen, dass ich mich mittlerweile darauf freue das mit meiner Gastfamilie zu schauen.

Spätestens um elf geht es dann aber auch ins Bett, denn am nächsten Morgen heißt es wieder früh aufstehen. Meine Gastschwester schläft nachts genau wie die Waisenkinder immer auf einer Strohmatte, was sie jedoch nicht sonderlich zu stören scheint. Nachdem ich eine Nacht mal auf so einer Matte vor dem Haus geschlafen habe, weil mein Ventilator, wegen einem Stromausfall, aus und die Hitze im Zimmer einfach nicht auszuhalten war, kann ich jedoch sagen, dass das wirklich nicht das Komfortabelste ist, wenn man nicht daran gewöhnt ist.

Wenn dann alle Lichter aus sind, wagen sich nur noch die Hexen und Glühwürmchen aus ihren Betten. Letztere habe ich mit eigenen Augen gesehen, Hexen aber zum Glück noch nicht, auch wenn ich nicht unbedingt an sie glaube. Togolesen tun das jedoch schon und zwar ausnahmslos. Es heißt, dass Hexen nachts in Form von Vögeln in Schlafzimmer eindringen um ihre Opfer zu essen. Diese werden dann im realen Leben krank und sterben nach ein paar Tagen. Hexen können jedoch nur Leute aus ihrer eigenen Familie töten, deren Zeremonien sie folglich kennen, anderen können sie nur Schaden zufügen. Zudem gehen viele Togolesen davon aus, dass die Hexen des Nachts in eine Art eigene Realität eintreten, wo es Dinge gibt die normale Leute nicht sehen können. Dort soll es z.B. auch riesige Flugzeuge geben, die als Beispiel gedient haben sollen um die Flugzeuge in unserer Realität zu erfinden. Über Hexen existieren hier eine ganze Reihe von Mythen und leider mit ziemlichen Ausmaßen - Hexen werden hier von Heilerinnen immer noch verfolgt um ihnen anschließend eine Zeremonie zu machen. Diese sehen dann meist so aus, dass die Hexen nackt ausgezogen und mit Besen gewürgt werden und man ihnen die Haare abrasiert. Leider sind viele Leute hier davon überzeugt, dass das gut und richtig ist und solche Zeremonien auch Beweise liefern ob es sich um eine echte Hexe handelt, oder nicht.

Wer nach solchen Schauergeschichten dann noch ein Auge zu tun kann, dem wünsche ich nun eine gute Nacht!

Ansgar und Lio 4 Wochen in Togo unterwegs.

Donnerstag, 09.05.2013

Hallo!

So, nun folgt die Fortsetzung des Berichtes von meiner Zeit mit Ansgar hier und was danach geschah ;)

Als wir beide von Ghana hierher nach Atakpamé kamen, ging es mir 2 Tage schlecht, denn ich hatte schlechten Reis gegessen. Es war dadurch natürlich nicht so einfach, Ansgar gut in die Familie einzubringen, da ich selbst den ganzen Tag lang im Bett lag. Doch bald ging‘s wieder besser und wir gingen in die Schule. Leider viel der Unterricht aus und dann war auch schon Wochenende. Nun fuhren wir mit Atsou (mein „großer Bruder“ hier in Togo) und Felice in einem gemieteten großen Auto bequem nach Dapaong, ganz in den Norden Togos wo wir die Grotten von Nanno anschauen wollten. Auf der Fahrt merkten wir schon, wie sich die Landschaft immer mehr veränderte: es wurde flacher und viel trockener. Wir fuhren geradewegs in die Savanne. Die Häuser waren hier kleine Lehmrundhütten und man sah deutlich, dass hier die Menschen ärmer sind. In Dapaong angekommen, ruhten wir uns aus und am nächsten Tag ging‘s zu den Grotten. Über eine echt abenteuerliche Straße kletterte unser Auto den Berg hoch und als wir oben angekommen waren bot sich uns ein atemberaubender Anblick.

Lio und Ansgar am Abgrund :) I believe I can fly!

Wir standen hoch oben auf einem Plateau und hundert Meter unter uns breitete sich eine scheinbar endlose Savanne aus. Vor uns ging‘s senkrecht runter und wir mussten echt vorsichtig sein. Über eine treppenröhre gelangten wir zu den Grotten. Unser Führer erzählte uns die Geschichte zu diesen Grotten: hier lebten früher 2 Völker, die Moba und die Chokossi. Zunächst verstanden sich die Völker gut miteinander und respektierten sich, dann kamen die Kolonialisten und die Chokossi befreundeten sich mit ihnen, sprachen ihre Sprache und handelten mit ihnen. Die Moba passten sich aber nicht an die neuen Gegebenheiten an. Nun begannen die Kolonialisten die Moba zu versklaven und die Chokossi hielten plötzlich mehr zu den Weißen als zu ihren Landsleuten. So mussten sich die Moba vor der Versklavung und vor den Chokossi retten und zogen hier in die Grotten. Sie bauten Lehmspeicher für Nahrung, versteckten in den Felswänden Giftpfeile und traten von hier aus gegen den Feind an. Der Feind kam von der Ebene und selbst, wenn er die Moba hier oben an der Felswand sah, wusste er nicht, wie die da rauf gekommen waren und konnte Ihnen nicht folgen. Von dieser Basis aus zogen die Moba aber mit ihren Giftpfeilen los, so töteten sie viele Chokossi und bis heute gibt es deshalb nicht mehr viele. Wir schauten uns um und es war echt spannend. Auch einen richtigen Höhlengang gab es hinten drinnen, da wurden die Kinder und Frauen beim Kampf hingeschickt, damit, wenn sie vor Angst schreien, der Feind sie nicht hört.

Unter den Felsüberhang eingebaut sind die Voratsspeicher aus Lehm, in die Mais, Reis und Bohnen ect gefüllt wurden um das Überleben der Versteckten zu sichern.

Die lange Reise hat sich gelohnt, die Grotten sind echt schön und vor allem der Ausblick von oben. Dann ging‘s zurück Richtung Kara, wo wir noch traditionelle Dörfer anschauen wollten, doch die Zeit und die Kraft reichte nicht mehr. Ansgar hat ziemlich Fieber bekommen und so waren wir froh, als wir im Hotel ankamen.

Am nächsten Tag Fuhren wir dann nur noch zurück nach Atakpamé, Ansgar ging es erst besser aber am Abend lag er doch wieder mit hohem Fieber im Bett. Erst am nächsten Tag brach das Fieber auch bei mir los und ein Test besagte: wir haben uns beide eine ordentliche Malaria eingefangen. Leider kamen wir um Spritzen und Infusionen nicht herum aber nach und nach stärkten wir uns wieder und am Ende unseres Aufenthaltes in Atakpamé konnte ich sogar mit Ansgar am Fluss hier in Hihéatro baden gehen. Einen schönen Besuch statteten wir dem Patenkind von Ansgars Mutter hier in der Nähe in einem Dorf ab. Wir wurden sehr freundlich und offen willkommen geheißen und verbrachten ein paar Stunden mit der Dorfgemeinde.

Ansgar trägt Wasser von der Pumpe zum Haus.Er war ziemlich nass aber was in der Schüßel übrigblieb war noch echt viel!

Dann zogen wir weiter nach Kpalimé wo wir eine Woche lang blieben. Wir batikten mit einem Freund schöne Bilder, ließen uns einige Klamotten schneidern und machten Ausflüge zu schönen Wasserfällen. Einen Ausflug machten wir einfach so spontan und er wurde auch sehr Abenteuerlich: Wir liefen einfach in Richtung Berg und fanden ein Weg, der uns nach oben führte. Leider hörte er aber nach dem letzten Feld auf, doch weil wir schon so weit oben waren wollten wir nicht kurz vorm Ziel aufgeben und so schlugen wir uns ins Dickicht. Mit beiden Armen schoben wir Pflanzen beiseite, und traten uns einen Weg. Oben angekommen hofften wir auf freie Fläche und einen Weg der uns etwas angenehmer nach unten führen würde, leider gab es beides nicht. Also mussten wir uns nach einer Mango-/Papaya- Pause noch einmal in den Busch drängeln und nun ging‘s bergab, man musste also gut aufpassen nicht abzurutschen. Wir wurden von Ameisen und stechenden Pflanzen angegriffen, doch uns hielt nichts auf. Am Ende waren wir froh einigermasen heil wieder auf dem Weg zu sein und freuten uns auf eine kalte Dusche!

Nach einer Woche Kpalimé fuhren wir gerade noch für 2 Tage nach Lomé, besuchten eine Freund von Horand und schauten uns auf dem großen Markt von Lomé um und schon musste ich Ansgar zur Grenze nach Ghana bringen, damit er von Accra aus zurück nach Deutschland fliegen konnte. Der Abschied viel nicht leicht aber wir hatten eine so schöne Zeit miteinander gehabt das wir uns nicht beschweren durften :) Zurück in Atakpamé viel ich kurz in ein Loch: was soll ich hier noch 4 Monate machen? Doch dann folgte ein Ereignis dem anderen und bisher hat mich der Alltag noch nicht wieder eingeholt. Wir hatten eine Tanzgrupe aus Kpalimé eingeladen und haben ein Wochenende lang für sie gekocht und mit ihnen getanzt was sehr viel Spaß gemacht hat. Am 1. Mai haben wir dann einen sehr schönen aber auch sehr anstrengenden Ausflug nach Badou/Tomegbé gemacht um den Wasserfall Akloa anzuschauen der der höchste in Togo ist. Die Straße ist furchtbar, richtig tiefe Löcher sind hier mit Wasser gefüllt und am Ende erwartet einen eine einzige Matschpiste während der Regenzeit.

Nur noch mit Motorad oder zu Fuß gehts hier lang, Autos bleiben stecken. Ein Abenteuer!

Zum Wasserfall sind wir dann noch eine ganze Weile gelaufen und dann erbot sich uns ein unglaublich schöner Anblick. Fotos können diese naturgewallt gar nicht wieder geben, mit Getöse und Gebrause kommt hier so viel Wasser runter, viele Togolesen jubeln und schreien und viele tausend Wassertropfen sind in der Luft, die von einem wirbelnden Wind herumgetragen werden.Man ist angestrengt und springt dann ins kühle Wasser, muss den Kopf ganz in den Nacken legen um bis ganz oben schauen zu können.

Nun höre ich mal auf zu schreiben, ich hätte noch viel zu erzählen aber das beim nächsten Blogeintrag. Ganz liebe grüße aus Togo! Ps es geht mir gerade super hier, ich bin froh das ich noch 3 ein halb Monate hier habe und mache in der Zeit viel mit meinen Freunden hier die mir ans Herz gewachsen sind :) Dann komme ich wieder und freue mich auf alle lieben Menschen die mir in Deutschland ans Herz gewachsen sind! Bis bald Eure Lio

Eine wunderschöne Reise in Ghana!

Mittwoch, 10.04.2013

 

So nun hört ihr also endlich von den zwei Helden in Ghana und Togo, Lioba und Ansgar.

Am Donnerstagabend haben wir uns, nach einer langen Fahrt für uns beide, in Accra am Flughafen getroffen und uns nach 6 1/2 Monaten endlich wieder in die Arme genommen. Zusammen haben wir die Goldküste von Ghana, von Accra bis fast zur Grenze nach Cote d’Ivoir, erkundet. Aus diesen zwei Wochen wollen wir euch ein paar Eindrücke schildern:

 Von Accra sind wir an den nächstgelegenen ziemlich touristenüberlaufenen Krokobite Beach gefahren, wo wir uns nicht so wohl fühlten. In dem für Backpacker hergerichteten Big Millys aß  Lio eine lang ersehnte Lasagne und sie weiß schon jetzt, was sie sich als erstes wünscht, wenn sie heimkommt: eine Lasagne nach Mamas Art :)

In Ghana reist man für weite Strecken mit einem Troto. Das ist normalerweise ein klappriger rostiger Minibus mit 12 Sitzen, meist aussortierte europäische Firmenwagen die bei uns im TÜV keine Chance mehr hätten. In diese Busse gehen "locker" 16 Leute rein und wo 16 Platz haben, da finden auch 18 Platz und, wenn dann noch ein paar Kinder mitkommen, können am Ende bis zu 22 Leute mit Gepäck mitfahren.  Das ist eng und heiß, aufgrund der vielen Schlaglöcher wird man während der Fahrt ziemlich durchgeschüttelt, sodass einem schnell der Hintern schmerzt. Auf diese Weise haben wir in den 2 Wochen hunderte von Kilometern zurückgelegt. So eine Abenteuerfahrt hat uns bei Einbruch der Dunkelheit nach Cape Coast geführt.

Das ist ein Kleinbus aus Togo, in Ghana sind sie obendrauf nicht so arg beladen.

In Cape Coast verbrachten wir 2 entspannte Nächte und aßen super lecker im vegetarischen Moringa Restaurant vom Baobab House wo wir auch übernachteten. Das Projekt um das Baobab House ist sehr vielseitig und interessant!

Die Stadt selber hat einen sehr ruhigen und angenehmen Flair, leider sind die Strände sehr dreckig. Es sind sehr viele Weise anzutreffen, besonders Freiwillige scheinen sich hier gerne aufzuhalten.  Uns zog es weiter zu einem schöneren Strand, den wir bei der  Escape  Eco Lodge auch antrafen. Wirklich traumhaft. Der Dschungel reicht bis zum weisen Strand der sanft ins mehr läuft und auf dem keine Menschenseele zu finden ist, außer die drei, vier Gäste der Escape Lodge und ab und zu ein Einheimischer aus dem nahegelegenen, versteckten Fischerdorf.

Einfach traumhaft Schroffe Felsen gehen in sanfte Buchten über.

In unserer kleinen Hütte fühlten wir uns sehr wohl und wir tobten jeden Tag bis zur Erschöpfung mit den Wellen im Meer.

Unser gemütliches Heim für die schöne Zeit.

  Wir machten einen Ausflug in das Fischerdorf Cape Three Points, den südlichsten Punkt Ghanas wo wir von „Ubruni“ rufenden Kindern mit einem Ball begrüßt wurden, die gerne mit uns ein bisschen spielen wollten. „Ubruni“ werden hier die Weißen von den Einheimischen gerufen. Die Kinder kennen damit ein kurzez Lied, das sie gerne anstimmen, wenn Weiße auch nur in der Ferne zu sehen sind: „Ubruni, Ubruni- how are you -I am fine- thank you!“.Das ist dasselbe Lied, was die Kinder in Togo auf französisch singen. Nach einer kleinen Runde Fußball zogen wir mit der ganzen Meute los nach einer Kokosnuss zu suchen, auf die wir so Lust hatten. Diese fanden wir nicht aber ein sehr alter Man, vielleicht der Dorfälteste, führte uns im Dorf herum, wo wir hier und dort ein paar Kleinigkeiten kauften, zum Beispiel Zuckerrohr zum knabbern. Das Dorf war sehr sehr arm, die Hütten aus Lehm mit Bambusrohren und Palmdächern. Die Ziegen fraßen im Müll was sie fanden und die Kinder waren zum Teil ungepflegt und hatten aufgeblähte Bäuche. Die Stimmung war aber trotzdem fröhlich, geschäftig und offen. Wir wurden sehr interessiert beäugt und, auch einmal einen Weißen anzufassen war für ganz kleinen ein kleines Abendteuer :)

Ein Haus des Fischerdorfes Cape Three Point.

Der zweite abenteuerliche Ausflug führte uns in die andere Richtung die Küste entlang. Uns schwebte mehrere Minuten lang ein stolzer Adler über dem Kopf, den wir bewundern durften.  Über scharfkantige Felsen ging es von einsamer Bucht zu einsamer Bucht. Dabei fanden wir manche schöne Muschel und anderes interessantes Meeresgetier.

Nach drei wunderschönen Tagen verabschiedeten wir uns von diesem wundervollen Platz und fuhren in das Ankasa Nature Reserve an der Grenze zu Côte d'Ivoir. Hier übernachteten wir bei dem sehr netten "Frenchman" der so genannt wird weil er französisch sprechen kann. Das Zimmer war heruntergekommen aber die Atmosphäre so wie in einer Familie, sodass wir gerne blieben. Von hier aus machten wir  2 große Ausflüge in den Dschungel, einmal eine geführte Tour zum Big Tree und eine Tour alleine in die Bamboo Cathedral.

Der Big Baboo, die Hauptatraktion des Big Tree Trail.

Es war ein besonderes Erlebnis in den Dschungel einzutauchen, der sehr sehr dicht ist. Eine sehr laute Geräuschkulisse umgab uns. Überall waren Vögel zu hören doch, durch das dichte Blätterwerk um uns und über uns, nicht zu sehen. Die Tiere schienen uns ein paar Schritte voraus zu sein, denn wir bekamen keine besonders exotischen Exemplare zu Gesicht. Einzig die Spuren von Antilope und Elefant entdeckten wir. Aber die ganze Vegetation zog uns auch so in Bann, dass wir unseren Aufenthalt genossen und sehr aufmerksam waren.

Wild verschlungene Vegetation im Dschungel

 Einen ganz andren Eindruck machte die Bamboo Cathedral. Über einen Weg an ein paar Hütten vorbei ging es zu den Stufen, die uns in eine wunderschöne Atmosphäre hinab führten. Sehr still war es um uns und riesige Bambussträucher bildeten miteinander ein hallenartiges, grünes Naturgewölbe. Der Ort strahlte eine heilige Ruhe aus und unwillkürlich flüsterten wir. Durch die „Halle“ führte ein kleiner Bachlauf, der sich fast nicht bewegte und keinen Laut von sich gab. Über ihn war eine lange schmale Brücke gebaut und so konnte man unter dem Gewölbe ein bisschen umhergehen. Wir beide waren wie verzaubert von diesem Ort und von dieser Stimmung.

Die Bamboocathedral.

Wir wollten uns eine Nacht in einem kleinen Zelt auf einer kleinen Lichtung mitten im Dschungel nicht entgehen lassen. Es war unbequem, heiß und eng im Zelt. Die Aktivitäten der Nacht konnten wir nicht beobachten aber hören. Dabei stach ein Mark und Bein erschütternder Schrei eines Tieres heraus, der mehrmals ertönte. Früh krochen wir verspannt aus dem Zelt um weiterzuziehen.

Mit einem entspannenden Zwischenstopp nochmal in Cape Coast im Baobab House ließen wir unsere Ghana Reise ausklingen. Von  Cape Coast bis Atakpamé brauchten wir 13 Stunden und kamen abends im Dunkeln bei Lio‘s Gastfamilie an.

Das war unsere Reise in Ghana!

mit ganz lieben Grüßen

Lioba und Ansgar

Fotos aus der Vivenda

Mittwoch, 13.03.2013

Lio mit Bonifaz und Daniel

 

Lio mit ein paar Kindern der Vivenda-Gehörlosenschule

 

 

 

 

 

 

 

Hallo, lebt ihr alle noch? Ich meine, seid ihr noch nicht erfroren?

Montag, 11.03.2013

Ich bin hm ich denke kurz davor zu verbrennen;) Es hat hier tagsüber bis zu 42°C und selbst abends kühlt es nur auf ca 30-35°C ab. Kann sich einer von euch vorstellen wie man da schlafen soll? Oh nein mitten im kältesten Winter kann man sich das wohl nicht vorstellen genauso wenig, wie ich mir vorstellen kann, mir mehrere Schichten Kleidung anzuziehen und auch noch Handschuhe, Schal und Mütze. Oder sich nachts mit einer dicken Bettdecke zuzudecken.Aber bei euch wird es jetzt ja auch schon wieder Frühling.

So ich habe einige Neuigkeiten für euch, ist ja auch nicht verwunderlich, bei der langen Zeit, die ich euch nicht mehr geschrieben habe! An meinen freien Nachmittagen habe ich begonnen in der Gehörlosenschule in Atakpamé zu unterrichten und das macht mir sehr Spaß, vor allem finde ich es aber sehr interessant! Ich komme durch eine Wellblechtür in den kleinen Hof auf dem ein großer Mangobaum steht.  Geradeaus befindet sich ein Gebäude, dessen linker Teil von dem Lehrer der Schule  und seiner Frau bewohnt wird und dessen rechter Teil ein leer stehendes Klassenzimmer ist. Auf der linken Seite vom Hof steht das Gebäude, in dem die gehörlosen Schüler unterrichtet werden. Wenn ich allerdings in den Hof reinkomme, habe ich nicht die Zeit mir das alles ganz in Ruhe anzusehen, denn schon kommt mir Bonifaz mit ausgebreiteten Armen und strahlenden Augen entgegengerannt und springt mir in die Arme. Ich begrüße ihn und die anderen Schüler in Gebärdensprache und den Lehrer und die anderen beiden Freiwilligen (die hier auch vormittags arbeiten) und langsam sammeln sich die Schüler in dem Klassenzimmer, wo sie sich je nach Klasse in eine bestimmte Ecke setzen. Hier werden die Klassen 1-6 unterrichtet,  was bei uns etwa der Unterstufe entspricht. Ich habe 3 Kinder in meiner Obhut: Bonifaz, Daniel und Florent. Diese drei sind noch sehr klein und werden dieses Jahr noch nicht die erste Klasse bestehen. Deshalb bringe ich ihnen aber trotzdem schon einige Sachen bei. Zum Beispiel wie man in der Zeichensprache zählt: ich lege einen Stein auf den Tisch und Bonifaz streckt seinen Zeigefinger aus, zwei Steine=Zeige- und Mittelfinger, drei= Daumen dazu, vier=Daumen weg und kleiner Finger dazu und fünf sind alle Finger. Bei sechs bis neun wird vom kleinen Finger an bis zum Zeigefinger die Finger an den Daumen angelehnt,… ach es ist zu kompliziert das zu erklären oder hat`s etwa jemand verstanden? Bei zehn wird jedenfalls die  Faust geschüttelt.

Dann werden zu den Fingerzeichen auch die geschriebenen Zahlen 1,2,3 u.s.w. folgen und die Kinder sollen die Zahl mit dem entsprechenden Zeichen verbinden. Alles nicht so einfach, wenn man die Umstände beachtet, dass es in der Klasse so viele Menschen gibt, die man wunderbar ärgern und ablenken kann, Dinge gibt, mit denen man wunderbar Faxen machen kann. Nicht einfach für das Kind und nicht einfach für die armen Lehrer ;)

Das ist die sehr fröhliche Seite meiner letzten Zeit aber eine andere Sache hat mich sehr stark beschäftigt und beschäftigt mich auch immer noch: Die Waisenkinder haben ein Problem mit der Nahrung. Das Waisenhaus ist grundsätzlich von Essensspenden abhängig, das heißt, in der Erntezeit bekommen sie immer von privaten Leuten Essen gespendet und essen davon solange der Vorrat reicht. Dann aber, in der Trockenzeit haben die Leute selbst Probleme und können nicht auch noch Säckeweise Reis und Mais an das Waisenhaus abgeben. Dann kommt es schon mal vor, dass die Kinder morgens und mittags nichts essen und nur wen‘s gut geht abends etwas finden. Als ich das so direkt mitbekommen habe, hat es mir ganz schön zu schaffen gemacht, weil ich hier bin und mir nie Sorgen machen muss, ob ich wohl etwas zu essen bekomme, wenn ich hungrig nach Hause komme. Ich bin gut versorgt und mir ist bewusst geworden was für ein Privileg das ist.

Eine Spende von Freiwilligen aus Frankreich, ein Sack Reis, Tomaten, Zwiebeln und Öl.

Durch diese Situation habe ich mich verantwortlich gefühlt etwas zu tun, die Initiative zu ergreifen und etwas für die Verbesserung der Situation im Waisenhaus zu unternehmen. Bis heute bin ich noch mit ein paar anderen  zusammen daran, zu überlegen, wie wir ein Projekt aufziehen können,  dass das Waisenhaus sich nicht immer von Spende zu Spende hangeln muss. Ihr dürft alle sehr gespannt sein, was sich daraus entwickelt und was ich euch dann erzähle!

Ich bin jetzt seit 6 Monaten hier und bleibe noch 6 Monate, also ist gerade Halbzeit für mich. Ich habe mich hier so gut eingelebt und so gute Freunde gefunden, dass ich mich richtig wohl fühle! Und auch in der Gastfamilie fühle ich mich echt gut! Wenn ich von einer Reise zurückkehre und mir mein Gastbruder in die Arme springt, vor Freude, dass ich wieder da bin, wenn ich mit meinem Gastvater über Probleme oder Ereignisse in Togo rede und sehr viel dabei lernen kann und wenn ich mit meiner Gastmutter und Gastschwester koche,  dann fühle ich mich sehr gut integriert und aufgenommen!

Ja, und nun kommt mich ganz bald mein Freund Ansgar besuchen und darauf freue ich mich natürlich sehr! Wir werden ca 2 Wochen in Ghana reisen und dann auch in Togo. Aber auch meine Arbeitsstellen hier soll er kennenlernen und mitarbeiten.

Dann melden wir uns aber auf jeden Fall wieder und berichten von unseren Erlebnissen!

Euch schicke ich jetzt ganz liebe Grüße!

Ich freue mich sehr auf Kommentare!

bis bald! Eure Lioba

 

 

Eine kurze Nachricht

Montag, 25.02.2013

Hallo Ihr Lieben!

ich melde mich jetzt nur kurz, ich bin gerade dabei die Adressen meiner Spender herauszufinden und der Spender mit dem Namen: ceglars Glöckner christ. möge sich doch bitte bei mir melden: lioba_meyers@gmx.de und mir seine adresse mitteilen!

An euch alle werden bald Spendenbescheinigungen gesendet!

Vielen Dank!

und ich melde mich bald genauer dazu was ich erlebe und was sich verändert hat!

bis bald, liebe grüße

Eure Lioba

Spendendank!

Montag, 07.01.2013

Ich möchte Euch noch ganz herzlich für die vielen Spenden danken die wir für das Theaterprojekt erhalten haben! Felice hat auch Spenden dafür gesammelt und so haben wir gemeinsam genau das Geld bekommen das wir brauchten! Leider haben wir trotz all unseren Bemühungen keine Aufführung auf die Bühne gebracht denn es kamen nur viel zu wenig Zuschauer. Wir können uns selbst nicht erklären warum, wir haben eigentlich genug Werbung mit Plakaten, Einladungen Bannern und dem Radio gemacht aber vielleicht weil es kurz vor Weihnachten war oder aus anderen Gründen kamen die Leute nicht zu uns in die gemietete Bar. Wir und auch die Waisenkinder waren sehr enttäuscht und dachten uns, dass wir vielleicht mit Atakpame auf eine zu hohe Stufe gestiegen sind. Wir wollen versuchen zusammen mit den Französischen Freiwilligen die  bald zu uns kommen werden in Hiheatro in kleinerem Rahmen Ende  des Schuljahres noch einmal eine Aufführung anzugehen. Natürlich sind wir über diesen Misserfolg nicht froh aber er war uns eine  Lehre. Ich hoffe ich stoße bei euch Spendern hiermit nicht auf Unverständnis, nicht alle Projekte können auf Anhieb gelingen und ich hoffe auf einen zweiten Anlauf. Auch ich habe viel Kraft verpulvert und umsonst ist es nie! Vielen Dank trotzdem für die Spenden und ganz liebe Grüße!

Ich danke Euch für Eure Unterstützung!

Eure Lioba

Weihnachten und Silvester in Togo

Montag, 07.01.2013

Ich hatte eigentlich nicht viele Erwartungen an Weihnachten, ich dachte mir einfach: mal sehen wie es wird. Und so wurde es wie es wurde :)

Wir Freiwilligen haben uns überlegt Weihnachten mit den Gastfamilien zu feiern und Silvester unter uns Freiwilligen.

Am 24. Dezember wurde hier aus einem kleinen verstaubten Kämmerchen, in dem ich noch nie war, eine ebenso verstaubte Kiste hervorgekramt, die mit Weihnachtsschmuck gefüllt war: Kugeln Lichterketten, Sterne, „Merry Christmas“ Schildchen, Glitzergirlanden und nicht zuletzt ein zusammensteckbarer Plastikweihnachtsbaum, höchstens 1,5 Meter groß. Dieser Weihnachtsbaum hat wohl schon bessere Tage gesehen, einige der aufsteckbaren Zweige waren kaputt, einiges plastik-Gezweig war verbogen aber all das ließ sich am Ende gut unter den Haufen von lichterketten Girlanden und glitzerwerk gut verstecken. Da stand er also unser diesjähriger Weihnachtsbaum, ihr könnt ihn euch selbst anschauen.

Unser Weihnachtsbaum

 Ich dachte an zuhause wo das Weihnachtsbaumaufstellen eine ganz besondere Sache ist und wo alle Kinder gerne helfen und zuschauen und staunen wollen. Hier waren die Kinder auch aufgeregt aber es war eine ganz andere Stimmung, viel weniger feierlich als eher überschwänglich. Dann traute ich mich den Rest des Tages fast nicht aus meinem Zimmer, weil mein Gastvater ein Huhn schlachtete, rupfte und dann mit einem großen Messer mit Schwung in Stücke hackte. Ja ein bisschen gesehen habe ich schon ;). Am Abend zogen sich alle schnell um, jeder aß schnell schnell etwas Pâte und dann ging’s los in die Kirche. Hier ertönte Weihnachtsmusik von süßlichen Stimmen gesungen aus den Lautsprechern, und vorne stand ein genauso mit Girlanden und Lichterketten überladener Weihnachtsbaum wie Zuhause nur doppelt so groß. Der Gottesdienst dauerte nur 30 Minuten, dann zitierten kleine und ganz kleine Kinder Bibelstellen auf Ewe durchs Mikrofon. Auch ein Krippenspiel gab es aber auf afrikanische Art, es kamen nämlich auch Fetischeure darin vor.

Als wir aus der Kirche zurückkahmen war der Weihnachtsmann dagewesen und hatte für Liebson eine Plastikgitarre gebracht und für Liebson und Ablavi ein Halli Galli Spiel ;). Die beiden haben sich sehr gefreut! Ansonsten geschah an diesem Weihnachtsabend nichts mehr, ich ging ins Bett und dachte hm,… Weihnachten? Mal sehen was morgen noch kommt.

Der 25. Dezember wird wohl mehr gefeiert als der 24.. Wir gingen bis mittags um ca. 13 Uhr in die Kirche was sehr anstrengend war!  Dann gab es ein Festessen, was sich hier darin ausdrückt, dass es Fanta oder Bier zum Essen gibt und, dass es Hühnchen und manchmal Nachtisch auch für die Kinder gibt.

Die weiteren Weihnachtsfeiertage zeichneten sich dadurch aus, dass wir öfter Besuch von Kindern hatten. Einen Abend haben wir draußen im Hof getanzt, gespielt und einen Gedichte und Lieder Wettstreit gemacht was sehr Spaß gemacht hat! Wir Freiwilligen luden uns auch gegenseitig ein paarmal ein und so war es auf jeden Fall eine  schöne Zeit, komplett anders als ich Weihnachten kenne singen am Weihnachtsbaum)aber auf seine eigene Art sehr schön!

Vor Silvester handelte ich mit meiner Familie dann aus, dass ich bei Katharina( Freiwillige in Atakpame) schlafen darf und am Morgen bei einer togolesischen Familie Fufu stampfen durfte. Wir waren  mit unseren togolesischen Freunden in einer Bar, haben getanzt und gelacht und uns um Mitternacht alles Gute fürs neue Jahr gewünscht.  Spät sind wir ins Bett gegangen und früh wieder aufgestanden. Damit haben wir Silvester nicht ganz nach dem üblichen Brauch gefeiert aber schon annähernd. Eigentlich zieht man als junger Togolese oder junge Togolesin von Bar zu Bar bis morgens um 5 oder 6 Uhr, dann wird Fufu gestampft und gegessen und dann geht man erst schlafen. Am Nachmittag geht man dann schon wieder los und feiert wieder die ganze Nacht. So wurde es uns jedenfalls erzählt.

Ja, so gingen Weihnachten und Silvester bei mir ins Land. Es war wie gesagt ganz anders als gewohnt aber hatte seinen eigenen Reiz und ich fand`s schön!

Jetzt beginnt schon wieder die Schule und eine neues Trimester in dem wir einige Veränderungen vornehmen wollen über die ich euch berichte, wenn sie etwas werden.

Ich grüße euch alle ganz herzlich aus Togo und wünsche euch noch schönes frieren im Schnee :)

bis bald!

 Eure Lioba

Großartiges Afrika

Montag, 24.12.2012

Weit und breit niedrige Bäume und schwarze verbrannte Erde. Die Sonne brennt heiß vom wolkenlosen, gelblichen Himmel. Die Luft ist staubig, trocken und riecht nach Rauch vom Buschfeuer. Durch diese Landschaft fährt ein Bus und auf dem Dach des Busses sitzen 3 Mädchen, die Haare wehen im Wind und sie schauen angestrengt um sich. Was suchen sie? Ihre Augen suche die Landschaft nach Tieren ab. Huscht da etwas? Stopp, Stopp, da springt eine Antilope davon. Hier klettern zwei affen und lassen sich kurz anschauen und fotografieren. Noch nicht so besonders, der Bus setzt sich wieder in Bewegung. Hier ein knall blauer vogel, hier eine  Gruppe von Perlhühnern.  Dann hält der Bus an einem See alles steigt aus und von der Plattform aus sieht man die Krokodile im Wasser schwimmen, nur die Augen schauen heraus und das Wasser bewegt sich nicht. das Krokodil wartet den richtigen Zeitpunkt ab um zuzuschnappen, es braucht 2 Minuten um sein Maul zu öffnen, dann kann es einmal kräftig zuschnappen und schon ist wieder alle Energie verbraucht und es muss sich ausruhen.

Ausruhen nach einer Mahlzeit?

Im Moment haben die großen Tiere aber keinen Hunger und nach einer Weile sammeln sich alle Menschen wieder am Bus und weiter geht’s. Langsam beginnt es zu dämmern und plötzlich steht er da: ein großer alter Elefant, im hohen vertrockneten gras steht er und läuft dann gemächlich seiner Wege. Die Menschen freuen sich ihn zu sehen, man muss schon Glück haben Elefanten zu sehen, aber ihn selbst interessiert das überhaupt nicht. Dann geht es mit ``Holter die Polter`` in einen höheren Wald hinein. Hier sieht es bei dem schummrigen Licht richtig gruselig aus. Überall sind umgefallene Bäume, kreuz und quer liegen sie oder lehnen sich schwer an andere Bäume an. Ein richtiger elefantenfriedhof, denn die Elefanten sind es die diese Bäume umgehauen haben. Wenn sie ihre Jungtiere vor etwas schützen wollen hauen sie einen Baum um und schaffen ihn als grenze an Ort und Stelle. Zum Beispiel wollen sie damit das herannahende feuer aufhalten.  hier sehen die Abenteurer wieder 2 Elefanten, diesmal ganz nah im schummrigen Licht, große schwere imposante Tiere sind die Elefanten!

Zwar sind wir nicht alle gleichzeitig auf dem Dach mitgefahren aber meist waren es 7 Leute da oben.

Jetzt ist es 6 Uhr 30. es heißt: „nur die Harten kom‘n in Garten“ und die sind es die sich frierend aufs Dach des Busses setzen, sich mit einem dünnen Stoff zudecken und schlotternd, hellwach in die gerade erwachende Welt schauen. Alles ist ruhig, die Sonne ist noch nicht aufgegangen, die Feuer sind über Nacht zum Großteil erloschen, hier und da schlängelt sich noch ein Rauchfädchen in den noch grauen Himmel und die Morgendämmerung hinauf. Ein weißer Nebelschleier liegt über allem, über den Bäumen und Büschen, auf dem trockenen braunen Gras, auch auf den schwarzen verbrannten kahlen  Stellen. Ein paar Vögel zwitschern und nicht weit vom weg  liegen müde und ruhig Antilopen und kauen auf irgendwas herum. Sie schauen interessiert aber sind so friedlich, dass sie nicht aufstehen und fliehen wollen. An einem See hält der Bus und verbotener Weise steigen die Menschen aus und laufen ein kleines Stück in die Landschaft an den See. Wow, im Wasser liegen große Nilpferde. Sie prusten kleine Wasserfontänen, tauchen mal ganz ab und eins liegt am Wasserrand, rappelt sich langsam und gemächlich auf und steigt dann schwerfällig in den See bis es verschwunden ist. Nilpferde können 3 Stunden unter Wasser bleiben. Sie sind so schwer, dass sie auf dem Grund des Wassers laufen können und dort in Ruhe das Seegras und die Algen abgrasen können.

Eine kurze Zeit später kreuzt eine große Elefantenherde den Weg. So ein Schauspiel bietet sich hier nun. Eine Elefantenmama hebt ihren Rüssel und pflückt Blätter und kleine Zweige vom Baum. Das Elefantenbaby macht ihr die Bewegung nach, klaut dann etwas von dem Ast der Mutter der aus ihrem Maul herausragt. Lange lassen sich diese Tiere, die so gefährlich sein können ganz in Ruhe beobachten.

Als würde er lachen :)

Und nun noch der Höhepunkt: Am Nachmittag hält der Bus, weil zwei Löwen gesichtet wurden. Sie liegen 10 Meter vom Weg entfernt, hecheln in der Hitze wie Hunde und schauen ruhig, ohne Scheu und ohne großes Interesse um sich. Ein Männchen und ein Weibchen. Sie sehen fast gleich aus, hier haben die Löwenmännchen keine lange Mähne, das ist zu heiß für sie. Imposant und elegant, der König der Tiere. Sie erheben sich und steigen mit weichen Pfoten über ein paar Stämme hinweg ins hohe Gras und verschwinden als wären sie nie dagewesen.

Auf dem Weg aus dem Park heraus hält der Bus noch einmal an dem See und eine Affenfamilie turnt auf der Plattform herum. Der eine Affenpapa klaut eine Tüte mit Brot und Keksen, hockt sich dann 4 Meter weit weg und isst mit Genuss, was er gerade ergattert hat. Es scheint ihm zu gefallen, dass er angeschaut und beobachtet wird, er scheint sich toll zu fühlen und mit seiner Heldentat zu brüsten.

frecher Affe

Dann geht’s noch zu einem wunderschönen Wasserfall außerhalb des Parks. Hier wird erst mal gebadet, da Bikinis nicht dabei sind, halt spontan in Unterwäsche. Das Wasser ist so klar, dass man bis zum Grund sehen kann, und wunderbar erfrischend. Das Wasser stürzt von ca. 15 Metern Höhe herunter und wenn man 5000 Fcfa zahlt nimmt dich ein Führer mit nach oben und du darfst auch einen Sprung ins kalte Wasser wagen. Es reizt es auszuprobieren, aber es ist auch eine sehr gefährliche Angelegenheit, allein schon der aufstieg und wenn man oben steht dann traut man sich ja doch nicht herunter zu springen.

Am Wasserfall: wage ich einen Sprung von da oben?

So, das ist sie gewesen, unsere reise, sie war sehr schön und wir hatten so unglaublich viel Glück so viele Tiere zu sehen! Es ist doch ein ganz anderes Erlebnis Elefanten und Löwen in freier Wildbahn zu sehen und zu beobachten anstatt im Zoo hinter Gittern.

Ich werde mich hier wieder melden wenn ich über das Theaterprojekt und Weihnachten berichten kann.

Ich wünsche allen Menschen ein schönes Weihnachtsfest, auf welche Art es auch gefeiert wird!

bis bald!

Eure Lioba

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